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Pressemitteilung Hauptstadtkongress 2026

Prävention braucht Struktur – Integrative Medizin als Impuls für die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Berlin, 24. Juni 2026. Prävention darf kein Randthema des Gesundheitssystems bleiben – sie muss zu
einem tragenden Strukturprinzip werden. Mit diesem Appell setzte die Allianz für Integrative Medizin und
Gesundheit (AIM) auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK 2026) ein deutliches
gesundheitspolitisches Zeichen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Universitätsmedizin,
Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft diskutierten im Satellitensymposium „Mehr als Ergänzung!
Integrative Medizin als Strukturimpuls für Prävention und Versorgung“, wie Integrative Medizin dazu
beitragen kann, Prävention, Gesundheitsförderung und patientenzentrierte Versorgung stärker in den
Regelstrukturen des Gesundheitswesens zu verankern.
Vor dem Hintergrund steigender chronischer Erkrankungen, wachsender finanzieller Belastungen und
einer zunehmend fragmentierten Versorgung wurde deutlich: Der entscheidende Hebel muss sich von
einer überwiegend reparaturorientierten Medizin hin zu einer Gesundheitsversorgung verschieben, die
Gesundheit erhält und stärkt.

Vom Reparieren zum Gestalten von Gesundheit
„Wir müssen Gesundheit stärker dort fördern, wo sie entsteht – über alle Sektoren und in allen
Lebenswelten“, betonte Prof. Dr. Christian Keßler, Vorstandsmitglied der AIM und Professor für
Integrative Gesundheitsversorgung und Prävention an der Universität Augsburg. Integrative Medizin
verbinde leitliniengerechte Medizin mit wissenschaftlich fundierter Naturheilkunde und
Komplementärmedizin (TCIM) und eröffne damit neue Möglichkeiten für Gesundheitsförderung,
Prävention und eine patientenzentrierte Versorgung. Der entscheidende Perspektivwechsel bestehe
darin, Gesundheit nicht erst dann in den Blick zu nehmen, wenn Krankheit entstanden ist, sondern sie
aktiv zu erhalten und zu fördern.

Fragmentierte Versorgung überwinden
Prof. Dr. Claudia Löffler, Professorin für Integrative Onkologische Medizin am Universitätsklinikum
Würzburg, zeigte anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass insbesondere Menschen mit
chronischen Erkrankungen oder Krebs häufig unter einer fragmentierten Versorgung leiden. Integrative
Medizin könne hier Orientierung schaffen, die Gesundheitskompetenz stärken und die aktive Mitwirkung
der Patientinnen und Patienten fördern. Für zahlreiche belastende Begleitsymptome – etwa Fatigue,
Tumorschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Schlafstörungen – liegen inzwischen
evidenzbasierte integrative Behandlungsmöglichkeiten vor, die bereits Eingang in Leitlinien gefunden
haben.

Einen weiteren Blick auf die strukturelle Verankerung Integrativer Medizin eröffnete Prof. Dr. David Martin,
Leiter des Instituts für Integrative Medizin an der Universität Witten/Herdecke, mit seinem Beitrag zur
AWMF-S3-Leitlinie zum Fiebermanagement im Kindes- und Jugendalter.


Prävention steuerungsfähig machen
Aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung unterstrich Alexander Krauß, Leiter der TKLandesvertretung
Sachsen, dass Prävention künftig stärker steuerungsfähig werden müsse. Dafür
brauche es qualitätsgesicherte, digital vernetzte und wissenschaftlich evaluierte Angebote, die
systematisch in Versorgungspfade, Gesundheitsberatung sowie in Kommunen, Bildungseinrichtungen,
Betrieben und Pflege eingebunden sind.


Prävention braucht politische Rahmenbedingungen

Für die AIM reicht es jedoch nicht aus, Prävention programmatisch zu fordern. Notwendig seien
verbindliche politische und strukturelle Rahmenbedingungen. Ebenso brauche es eine angemessene
Finanzierung. Der gesundheitspolitische Sprecher der AIM, Dr. Stefan Schmidt-Troschke, brachte den
Anspruch der Allianz auf den Punkt: „Prävention beginnt nicht mit einem Check-up, sondern dort, wo
Menschen befähigt werden, ihre Gesundheit selbstbestimmt zu gestalten. Information allein verändert
noch kein Verhalten. Erst wenn Gesundheitskompetenz, Beziehung und Selbstwirksamkeit
zusammenkommen, entsteht nachhaltige Prävention.“

Integrative Medizin als Strukturimpuls
Mit dem Symposium setzte die AIM eine klare Botschaft: Integrative Medizin versteht sich nicht als
Alternative zur konventionellen Medizin, sondern als leitliniengerechte, wissenschaftlich fundierte
Ergänzung, die Gesundheitsförderung, Prävention und patientenzentrierte Versorgung sinnvoll
miteinander verbindet.